Klinikum Wilhelmshaven

Das Klinikum an der Nordsee

Leistungen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

In der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Klinikums Wilhelmshaven werden diverse Therapieangebote vorgehalten, von denen einige besonders hervorzuheben sind. Eine Unterbringung der Patienten kann auf spezialisierten Stationen erfolgen.

Elektrokrampftherapie

In unserer Klinik führen wir seit sehr vielen Jahren erfolgreich Elektrokrampftherapie (EKT) in Narkose durch. Dieses Behandlungsverfahren wird im Wesentlichen bei schweren akuten Depressionen, therapieresistenten Depressionen und auch wahnhaften Depressionen eingesetzt.

Wir verfügen über ein Gerät der neuesten Generation und behandeln pro Jahr etwa 100 Patienten. Die EKT wird in Zusammenarbeit mit der hiesigen Klinik für Anästhesiologie durchgeführt. Während der Behandlung erfolgen ein EKG, eine Pulsoxymetrie und ein EEG-Monitoring.

Die EKT stellt das wirksamste antidepressive Behandlungsverfahren dar und ist somit insbesondere geeignet für Patienten, die eine therapieresistente Depression aufweisen und bei denen andere Behandlungsverfahren bisher keine Erfolge erzielt haben. Die Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung mit EKT ist mit einer Erfolgsquote von 70% bei diesen Patienten ausgesprochen gut.

Die Behandlung selbst dauert höchstens wenige Minuten und erweist sich als ausgesprochen sicher. Gegebenenfalls wird bei Patienten eine EKT-Erhaltungstherapie durchgeführt. Dies bedeutet, dass Patienten nach erfolgreicher Durchführung einer EKT-Behandlung in regelmäßigen Abständen (z.B. alle vier bis acht Wochen) zwecks Durchführung einer einzelnen EKT-Behandlung in die Klinik kommen. Durchschnittlich werden bei unseren Patienten mit Depressionen insgesamt acht bis zehn Behandlungen durchgeführt, wobei maximal drei Behandlungen pro Woche möglich sind.

Wir verfügen über die modernste Technologie, die für Patienten besonders schonend ist. Dies schließt die Verwendung der Ultrakurzpulstechnik (0,25 ms als Stimulus) ein. Diese Behandlungsmethode zeichnet sich dadurch aus, dass sie in besonderer Weise kognitive Vorteile hat.

NDR-Interview mit Prof. Dr. Folkerts: "Depressionen mit Strom behandeln" vom 31.01.2017

Magnetstimulation (rTMS)

In unserer Klinik führen wir die transkranielle repetitive Magnetstimulation (rTMS) durch. Bei dieser Behandlung wird eine Hemmung sowie Stimulation einzelner Bereiche des Gehirns durch ein appliziertes Magnetfeld erzeugt. Sie gilt als neurophysiologische Behandlungsmethode.

Die Behandlung eignet sich für Patienten mit therapieresistenten Depressionen und im gewissen Umfang auch für Patienten mit Ängsten. Auch bei akustischen Halluzinationen im Kontext von Psychoseerkrankungen kann die rTMS mitunter erfolgreich eingesetzt werden.

Die rTMS erfolgt ohne Narkose und ist somit als nicht-invasive und den Körper nicht belastende Methodik zur Behandlung eingesetzt. Sie kann auch bei Patienten angewandt werden, die bewusst keine Psychopharmakotherapie durchführen möchten oder die keine Psychopharmakotherapie bekommen können, da sie sich z.B. in der Stillzeit eines Kindes befinden. Zumeist ist die rTMS jedoch eine ergänzende Behandlung zu einer Pharmakotherapie und einer Psychotherapie. Das Verfahren kann auf ambulanter Basis durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt an fünf Tagen in der Woche (werktäglich).

Die Verträglichkeit der rTMS ist ausgesprochen gut. Gelegentlich können Nebenwirkungen wie Kopfdruck oder ein rasch rückläufiger Kopfschmerz auftreten. Eingebunden in ein Gesamtbehandlungskonzept kann die rTMS bei schwierigeren Depressionen eine wertvolle Ergänzung sein.

rTMS-Behandlungen können nicht durchgeführt werden, wenn sich metallische Gegenstände im Kopf des Patienten befinden (z.B. Implantate metallischen Ursprungs im Ohr).

Vagusnervstimulation (VNS)

Die Vagusnervstimulation ist neben der rTMS eine weitere Möglichkeit besonders schwerwiegende therapieresistente Depressionen zu behandeln. Ursprünglich stammt die Methodik aus der Epilepsiebehandlung (in dieser Indikation gibt es weit mehr als 100.000 Patienten weltweit) und wird seit einigen Jahren auch bei Depressionen erfolgreich eingesetzt.

Für die Stimulation des Vagusnerves wird ein Gerät in der Größe eines kleinen Herzschrittmachers meistens oberhalb der linken Thoraxwand platziert (ganz ähnlich der Implantation eines Herzschrittmachers). Die Verbindungen führen dann jedoch nicht zum Herzen sondern zum sogenannten Vagusnerv im Halsbereich.

Das implantierte VNS-System stimuliert den Vagusnerv unmittelbar. Da der Nerv Teil des zentralen Nervensystems ist, kommt es hierdurch zur Beeinflussung zentraler Hirnareale und somit auch zur Stimulation von Hirnarealen des sogenannten limbischen Systems.

Bei in besonderer Weise chronifizierten Depressionen kann diese invasive Technik einen deutlichen therapeutischen Fortschritt bringen. Die Implantation des VNS-Systems erfolgt hier im Klinikum Wilhelmshaven in Zusammenarbeit mit der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie.

Ketamininfusion

Ketamin ist eine schon seit vielen Jahren in der Medizin bekannte Substanz, die im höheren Dosisbereich als Narkotikum bei operativen Eingriffen verwendet wird.

Seit einigen Jahren gibt es eine zunehmende Anzahl von Berichten, dass eine einzelne Infusion mit Ketamin oder auch wiederholte Infusionen mit dieser Substanz zu einer schnellen Remission der vorbestehenden depressiven Symptomatik sowie zum Abklingen einer Depression führen kann bzw. können.

Hierzu wird eine sehr geringe Menge des Narkotikums Ketamin über einen Zeitraum von 40 Minuten mittels einer Infusion verabreicht. Die geringe Dosis reicht im Regelfall nicht aus um in einen Schlafzustand zu geraten. In dieser subnarkotischen Dosierung von Ketamin kommt es bei einem Teil der Patienten zu einer unmittelbaren Remission einer unter Umständen schon länger bestehenden Depression.

Die Behandlung mit Ketamininfusionen erfolgt in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in einem separaten Therapiezimmer unter permanenter Überwachung des Kreislaufes und des Sauerstoffgehaltes des Blutes unserer Patienten. Die Behandlung ist als ausgesprochen sicher zu betrachten. Als Nebenwirkung kann es zum Anstieg des Blutdrucks kommen, der dann gegebenenfalls behandelt werden muss.

Die Behandlung mit Ketamininfusionen ist bislang nicht offiziell als Behandlung für Depressionen zugelassen. Eine solche Ketamininfusion bzw. eine Serie solcher Ketamininfusionen kann aber im Sinne eines individuellen Heilversuches durchgeführt werden. Näheres besprechen unsere Ärzte gerne im Detail mit Ihnen.

Therapeutische Dienste

Zu den Therapeutischen Diensten gehören die Mitarbeiter der Bereiche Ergotherapie, Musiktherapie und Sport- und Bewegungstherapie. Mit ihrer Hilfe werden Ressourcen und Selbsthilfestrategien unserer psychisch kranken Patienten erkannt und gefördert. Dabei wird der Patient als Experte für seine Krankheit geachtet.

Die Mitarbeiter der Therapeutischen Dienste bieten professionelle und zuverlässige Arbeit mit den Patienten. Die Qualität der therapeutischen Arbeit wird durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen, Orientierung am aktuellen Stand der Forschung sowie durch umfassende Qualitätssicherung gewährleistet.

Die Behandlung unserer Patienten geschieht in Zusammenarbeit mit den zum Team gehörenden Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern und den Mitarbeitern der Pflege sowie gemeinsam mit niedergelassenen Fachärzten. Die intensive Beratung des Patienten und gegebenenfalls seiner Bezugspersonen ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Therapie.

Die Angebote der Therapeutischen Dienste können sowohl während des stationären Krankenhausaufenthaltes als auch tagesklinisch und ambulant wahrgenommen werden. Die Verordnungsmöglichkeiten der Therapieangebote variieren dabei. So verordnet für die stationäre und tagesklinische Behandlung der zuständige Arzt die Therapien. Die Verordnung der ambulanten Behandlung übernimmt ein Arzt aus dem ambulanten Zentrum.

Für Patienten aus dem stationären, tagesklinischen und ambulanten Bereich bieten die Therapeutischen Dienste unterschiedliche therapeutische Verfahren an. Bei jedem Therapieverfahren wird nach der Befunderhebung ein individueller Behandlungsplan erstellt. Vor oder während der ersten Therapiesitzung erfolgt eine Einführung in das Therapieverfahren.

Zu unserem Behandlungsspektrum gehören folgende therapeutische Verfahren:

  • Ergotherapie
  • Hirnleistungstraining / Neuropsychologisch orientierte Behandlung
  • Psychisch-funktionelle Behandlung
  • Kreative Therapie/ Gestaltungs- und Kunsttherapie
  • Arbeitstherapie
  • Musiktherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie

Ärztlicher Direktor und Chefarzt Prof. Dr. med. Here W. Folkerts
Sekretariat Tel.: 04421.89.2001
Fax: 04421.89.2091
Öffnungszeiten Mo. bis Fr. 9.00 bis 16.00 Uhr
Sprechstunden Termine nach Vereinbarung
E-Mail schreiben
Sekretariat Tagesklinik Wilhelmshaven Tel.: 04421.778350
Fax: 04421.7783529
Öffnungszeiten Mo. bis Fr. 9.00 bis 16.00 Uhr
Sprechstunden Termine nach Vereinbarung
Sekretariat Tagesklinik Wittmund Tel.: 04462.2946.27
Fax: 04462.2046.335
Öffnungszeiten Mo. bis Do. 8.00 bis 16.00 Uhr Fr. 8.00 bis 15.30 Uhr
Sprechstunden Termine nach Vereinbarung

Downloads

Anmeldebogen zum 21. Workshop Praxis der Elektrokrampftherapie
PDF-Download Info-Flyer Depressionsstation PSY 3
PDF-Download Info-Flyer Psychiatrische Tagesklinik Wittmund
PDF-Download Veranstaltungsflyer: 20 Jahre Psychiatrie
PDF-Download