Klinikum Wilhelmshaven

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Wilhelmshaven, 12.04.2019 - Das Gefäßzentrum am Klinikum wurde erneut zertifiziert

Wilhelmshaven, 12.04.2019 – Bereits am zweiten Tag nach seiner Operation konnte Holger Lehmann aus dem Bett aufstehen und ein paar Schritte gehen. Lehmann musste sich einer Operation an der Bauchschlagader unterziehen. „Dass es mir so schnell besser gehen würde, damit habe ich nicht gerechnet." Sein Hausarzt hatte im Rahmen einer Voruntersuchung rechtzeitig erkannt, dass sich die Ader erweitert hatte. In einem operativen Eingriff wurde ihm nun eine sogenannte Stent-Prothese eingesetzt. Was nach einer großen Operation klingt, kann heute oft minimal-invasiv durchgeführt werden. Dank dieses Verfahrens ist Lehmann auch schon so schnell wieder auf den Beinen.

Operiert wurde der Patient von Frank Wiemers, Leiter und Gefäßchirurg des erneut zertifizierten Gefäßzentrums des Klinikum Wilhelmshaven. Die Zertifizierung weist das Klinikum als Zentrum mit höchster Qualität aus. Begutachtet wurde es durch die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und der Deutschen Röntgen-Gesellschaft. Im Team des Zentrums arbeiten sowohl Radiologen als auch Gefäßchirurgen. Entscheidend für die zertifizierte Qualität sind mehrere Standards, die geprüft wurden: Im Gefäßzentrum wird das gesamte Spektrum an Operationstechniken angeboten, von interventionellen Techniken, über minimal-invasive Techniken bis hin zu konventionellen Operationen. Diese Operationen werden im Klinikum alle in der vorgeschriebenen Mindestanzahl durchgeführt. Das bedeutet, dass das Team des Gefäßzentrums über sehr viel Erfahrung mit den verschiedenen Krankheitsbildern und Operationen verfügt. So kam es bisher im Rahmen dieser Operationen zu keinen tödlichen Komplikationen oder Schlaganfällen. Auch ist das Wundmanagement bundesweit überdurchschnittlich gut. Die enge Kooperation mit anderen Fachkliniken und Praxen, wie beispielsweise mit dem Dialysezentrum, ermöglicht eine umfassende Beratung und Behandlung der Patienten. Für besonders komplizierte Fälle steht das Universitäre Gefäßzentrum Hamburg Eppendorf dem Klinikum zur Seite.

Bei jedem Patienten wird individuell entschieden, welche der operativen Techniken angebracht ist und welche Behandlung auf seine oder ihre Bedürfnisse passt. „Insbesondere bei komplexen Krankheitsbildern ist es wichtig, die Behandlung, aber auch die Nachsorge mit Verwandten und Pflegeheimen abzustimmen. Die Überleitung muss einfach klappen", erläutert Priv.-Doz. Dr. Alexandra König, Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Genau diese Verzahnung zwischen Vorsorge, ambulanter Einleitung der Operation, der Operation selbst und der Nachsorge ist ein weiterer Baustein der zertifizierten Qualität des Gefäßzentrums.

Für Holger Lehmann gab es keinen Weg an der Operation vorbei. Das Tückische: Eine erweiterte Bauchschlagader verursacht zunächst keine Beschwerden. Wird die Erweiterung aber nicht rechtzeitig erkannt, kann die Ader reißen, was zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. In Lehmanns Fall schützte ihn die Vorsorge und er konnte rechtzeitig operiert werden. Der Stent, der einem Rohr ähnelt, wurde ihm um die erweiterte Bauchschlagader gelegt. Der Stent verhindert nun das Aussacken oder gar Reißen. Im Klinikum gibt es mehr als 60 Operationen dieser Art im Jahr. Die Operation erfolgt in der Regel über die Blutversorgung in der Lendenregion. Der minimale Eingriff ermöglicht dem Patienten eine schnelle Genesung. Frank Wiemers hat schon viele Patienten beraten und operiert: „Sie sind selber oft ganz erstaunt, wie fit sie schon kurz nach der Operation wieder sind. Das ist natürlich auch für uns immer wieder schön zu sehen."

Vor allem Männer über 60 und Raucher gehören zur Risikogruppe für Gefäßerkrankungen. Aber auch die Volkskrankheiten Diabetes und Bluthochdruck sind maßgebliche Risikofaktoren. Sie führen zu sehr komplexen Erkrankungen, die einen Eingriff an den verschiedensten Gefäßen im menschlichen Körper erfordern, oft ist das gesamte Gefäßsystem betroffen. Die Experten sprechen dann von Multimorbidität. Aufgrund vieler zusammenhängender Krankheitsbilder ist eine Behandlung komplex und mitunter anspruchsvoll. „Es ist ganz wichtig, dass man ein gutes Risikomanagement hat. Nur wenn alle Ärzte und Mitarbeiter über alle Behandlungsschritte Bescheid wissen und sich austauschen, können wir weitestgehend sichergehen, dass wir alle Eventualitäten bedacht haben", so Priv.-Doz. Dr. Alexandra König. Reinhold Keil, Geschäftsführer des Klinikums, hebt hervor: „Im Team des Gefäßzentrums arbeiten Ärzte, Pflegekräfte und Physiotherapeuten verschiedener Kliniken Hand in Hand. Die Zertifizierung, die seit Jahren immer wieder bestätigt wird, zeigt wie hoch die Qualität der medizinischen Versorgung ist. Darauf sind wir stolz." Das Gefäßzentrum des Klinikum Wilhelmshaven ist nun für drei Jahre zertifiziert.

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