Klinikum Wilhelmshaven

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23.11.2018 - Chronisch venöse Erkrankungen

 

Wilhelmshaven, 23.11.2018 „Nimm doch einfach mal ab!" Diesen Satz hören Menschen mit dicken Beinen sehr oft. Aber nicht immer liegt es daran, dass sie zu viel essen. Oftmals handelt es sich um eine krankhafte Vermehrung des Unterfettgewebes, einem sogenannten Lipödem. Die Ursachen sind unterschiedlich: So kann diese Krankheit familiär oder auch hormonell bedingt sein. „Viele der Betroffenen haben sogar Suizidgedanken, da sie den psychischen Druck nicht mehr aushalten und das Abnehmen nicht klappt." sagt Frank Wiemers, Sektionsleiter der Gefäßchirurgie der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Klinikums Wilhelmshaven.

Anlässlich des 14. bundesweiten Gefäßtages fand am vergangenen Donnerstag eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Chronisch venöse Erkrankungen" im Klinikum Wilhelmshaven statt. Dabei ging es um Lip- und Lymphödeme sowie chronische Wunden bei venöser Insuffizienz. Außerdem wurden Tipps zur Venengymnastik und zur Hautpflege gegeben.

Krampfadern waren ein weiteres Thema an diesem Abend, denn diese können zu einem Ulkus, allgemein bezeichnet als „offenes Bein", führen. Krampfadern entstehen, wenn der Rückfluss des Blutes in den Venen nicht mehr gewährleistet ist. Das Blut zirkuliert auf der Stelle und es baut sich immer mehr Druck auf. Erste Symptome zeigen sich in Form von Besenreisern, die später zu Krampfadern werden. Unbehandelt führen sie zu Ödemen, Ekzemen oder Geschwüren und somit zu einem „offenen Bein", erläuterte Oberarzt Dr. Sascha Palaskali. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von einer

Kompressionstherapie mit Strümpfen bis hin zum Venenstripping und zu alternativen Operationsmethoden wie der Verödung der Vene durch Hitze.

Auch die Physiotherapie unterstützt bei der Behandlung von Venenerkrankungen, z.B. mit Krankengymnastik oder mit einem Herz-Kreislauf-Training. „Jeder kann selber etwas dazu beitragen das Venensystem zu fördern", so Astrid Elpel-Lipik, Leiterin der physikalischen Therapie am Klinikum Wilhelmshaven. Dazu gab sie Tipps und stellte Übungen zur Fußgymnastik vor, die jeder in seinen Alltag einbauen kann. Außerdem ist Bewegung gut um die Blutzirkulation anzuregen. Dazu geeignet sind beispielsweise Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking.

Nicht zu vergessen ist die Hautpflege, denn die Haut ist das größte und sensibelste Organ des Menschen. Die Haut bietet Schutz vor äußeren Einflüssen, übt psychosoziale Funktionen aus und kann sich selber regenerieren. Somit ist die Hautpflege bei chronisch venösen Erkrankungen ein wichtiges Thema. Der beste Schutz vor Hautproblemen ist eine gute Körperhygiene, erläutert Heike Doege, Wundexpertin am Klinikum Wilhelmshaven. So sollte drauf geachtet werden, dass keine Seifen mit einem pH-Wert über 7 benutzt werden. Auch sollten potenzielle Allergene (z.B. Ätherische Öle) vermieden werden. Bei der Hautpflege sollten unparfümierte Produkte, Cremes in Form von Wasser-Öl-Emulsionen oder natürliche hautverwandte Fette wie z.B. Mandel-, Erdnuss-, Karotten- oder Olivenöl verwendet werden.

Großen Anklang fanden zudem die Infostände der Unternehmen, die bei der Veranstaltung vor Ort waren. Die Besucher konnten sich z.B. über die Strumpfversorgung oder Verbandsmittel, die bei der Behandlung von chronisch venösen Erkrankungen zum Einsatz kommen, informieren.

In der Pause und nach den Vorträgen hatten die Besucher Gelegenheit Ihre Fragen zu stellen, die alle sehr ausführlich von den Referenten beantwortet wurden.

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