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06.07.2017 - Ein Jahr Geriatrie im Klinikum – Gesund im Alter

Chefarzt Dr. Kopp und sein Team feiern ein Jahr Geriatrie im Klinikum

Wilhelmshaven, 06.07.2017 – Ihr einjähriges Bestehen feiert in diesem Monat die Medizinische Klinik V – Geriatrie – im Klinikum Wilhelmshaven. Seit Juli 2016 hat der Chefarzt, Dr. Michael Kopp, mit seinem Team die Klinik für Geriatrie (Altersmedizin) zu einem Zentrum einer hoch spezialisierten medizinischen und pflegerischen Versorgung für ältere Menschen ausgebaut.

Auch wenn heute die Generation „70+" die früheren „Sechziger" sind, viele Menschen bis ins reife Alter selbstbestimmt, rüstig und fit, lange in den eigenen vier Wänden leben, gewinnt die Altersmedizin immer mehr an Bedeutung. Patienten, die in einer geriatrischen Klinik behandelt werden, haben häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig. Deshalb sind sie in ihrer Mobilität oder in ihren kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt. Für eine erfolgreiche Therapie ist ein individuelles Behandlungskonzept notwendig, um während der medizinischen Versorgung auf der geriatrischen Station die Selbstständigkeit und Mobilität so weit wie möglich wieder herzustellen. Ziel der Behandlung ist es, nach der Entlassung in die gewohnte Umgebung zurückzukehren.

Nach einem Jahr zieht Dr. Kopp eine positive Bilanz: Ärzte, Pflegende, Therapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weiterer Berufsgruppen sind zu einem festen, multiprofessionellen Team zusammen gewachsen. Sie alle arbeiten Hand in Hand, um im engen Austausch untereinander das für den Patienten bestmögliche individuelle Behandlungskonzept umzusetzen. Die Patienten der Klinik sind zwischen 80 und 90 Jahre alt. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 18 bis 20 Tagen.

Ein Schwerpunkt der Geriatrie im Klinikum ist die Alterstraumatologie. Die Versorgung von Brüchen, die bei Menschen im höheren Alter nach Stürzen häufig auftreten, erfordert eine spezielle Behandlung. Deshalb arbeitet die Geriatrische Klinik eng mit der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Klinikums unter Leitung von Dr. Ulrich Rittstieg zusammen. „Unser alterstraumatologisches Behandlungsspektrum werden wir künftig weiter ausbauen. Die Versorgung vor und nach der Operation sowie die anschließende Frührehabilitation in der Geriatrie haben sehr gute Behandlungserfolge gebracht", hebt Chefarzt Dr. Kopp hervor. Die Frührehabilitation in der Klinik ist sehr wichtig, um die Funktionen des Bewegungsapparates, der Gelenke und Muskulatur zu erhalten und die geistigen Fähigkeiten zu aktivieren.

Ausgebaut werden soll künftig ebenfalls die geriatrische Onkologie in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Tumorbiologie und Integrative Medizin. „Auch für krebskranke Menschen im hohen Lebensalter können wir durch eine abgestimmte Therapie häufig die Lebensqualität verbessern", unterstreicht die Direktorin des Zentrums für Tumorbiologie, Dr. Tanja Trarbach.

Seit Oktober werden in der Geriatrischen Institutsambulanz Patienten ambulant versorgt, die aufgrund der Art, Schwere und Komplexität ihrer Erkrankung einen besonderen Behandlungsbedarf aufweisen. Die Patienten sind älter als 70 Jahre und sind in ihrer Mobilität beispielsweise durch häufiges Fallen oder der Sturzkrankheit stark eingeschränkt. Oder sie leiden unter dem Frailty Syndrom (unbeabsichtigter Gewichtsverlust, muskuläre Schwäche, psychische und physische Erschöpfung). Die Zuweisung in die Geriatrische Institutsambulanz erfolgt über den Hausarzt.

Eine Sache, eher am Rande, ist Dr. Kopp noch sehr wichtig. Seine Klinik ist unter dem Motto „Geriatrie in jungen Händen" Ausbildungsstationsstation der Kinderkranken- und Krankenpflegeschule des Klinikums. Durch die Komplexität der Erkrankungen und das Arbeiten in einem interdisziplinären großen Team sind die praktischen Ausbildungsanforderungen auf der Geriatrie sehr hoch. Alle Auszubildenden sind während des Praxiseinsatzes für zwei Wochen in der Verantwortung der selbstständigen pflegerischen Stationsleitung. Selbstverständlich unter Anleitung speziell ausgebildeter Praxisanleiterinnen und des gesamten Stationsteams. Ein Projekt, das künftig unbedingt weiter geführt werden soll.

Nach dem erfolgreichen ersten Jahr stehen mit dem Ausbau der Alterstraumatologie und der Etablierung der geriatrischen Onkologie die nächsten Ziele fest. „Der Bedarf ist in Wilhelmshaven und der Region groß und wir freuen uns, dass wir in der geriatrischen Patientenversorgung bereits nach dem ersten Jahr Beachtliches erreicht haben. Wir werden die Geriatrie im Klinikum weiter ausbauen und durch die Vernetzung mit den Kliniken moderne geriatrische Strukturen schaffen", ist sich der Geschäftsführer, Reinhold Keil, sicher.

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