Klinikum Wilhelmshaven
Das Klinikum an der Nordsee

Neue Technik im Klinikum Wilhelmshaven erleichtert Brustkrebsbehandlung

Wilhelmshaven, 15.07.2026 – Weniger Termine, keine radioaktive Markierung und mehr Flexibilität vor einer Operation. Brustkrebspatientinnen profitieren im Klinikum Wilhelmshaven künftig von modernster Technik zur Lokalisierung von sogenannten Wächterlymphknoten.

Wächterlymphknoten sind die ersten Lymphknoten, in die Tumorzellen streuen können. Ihre Untersuchung liefert wichtige Informationen für die weitere Behandlung.

In der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe wird mit dem Sentimag®-System nun ab sofort ein modernes magnetisches Verfahren mit Eisenoxid-Marker angewandt, der die bisher häufig verwendete radioaktive Markierung ersetzen kann.

Der Vorteil: Das Verfahren kommt ohne radioaktive Substanzen aus. Ein zusätzlicher Termin in der Nuklearmedizin ist dadurch häufig nicht mehr erforderlich. Mit dem radioaktiven Technetium-Marker musste in der Regel aufwändig ein Termin beim Nuklearmediziner vereinbart werden. So musste die Patientin genau einen Tag vor der Operation mit Taxi oder durch ein Familienmitglied hin- und hergefahren werden – eine zusätzliche psychische Belastung, die jetzt vermieden werden kann.

Einen weiteren Vorteil dieses schonenden Verfahrens sehen Chefärztin, Prof. Dr. med. S. Grüßner und Ltd. Oberarzt B. Holmer auch in der größeren zeitlichen und örtlichen Flexibilität für die Patientinnen: „Die Einspritzung kann bis zu 30 Tage oder minimal sogar bis zu 20 Minuten (ebenso ambulant) vor der Operation erfolgen. Der Operateur kann diese auch selbst durchführen", erklärt Prof. Dr. Grüßner. Dadurch verkürzt sich auch der stationäre Aufenthalt im Krankenhaus. „In der Regel wird das Präparat vor der Operation eingespritzt, während der Narkose werden dann die markierten Lymphknoten durch eine Sonde detektiert und sicher entfernt", so Holmer weiter.

Neben der magnetischen Detektion bietet das Verfahren auch eine zusätzliche visuelle Orientierung während der Operation. Die Eisenoxidpartikel führen zu einer dunklen Färbung des markierten Lymphknotens, wodurch dieser teilweise leichter identifiziert werden kann. Diese Kombination aus magnetischer Ortung und visueller Unterstützung kann den operativen Ablauf erleichtern und dem Operateur zusätzliche Sicherheit bei der Entfernung des Wächterlymphknotens geben.

Die klinische Nutzung des Sentimag®-Systems ist mittlerweile international etabliert und CE-zertifiziert, da der magnetische Marker eine exzellente Genauigkeit im Auffinden der Wächterlymphknoten beweist. Mit der Einführung dieser Technik, erweitert die Klinik das Angebot in der Brustkrebsbehandlung und setzt damit ebenfalls auf ein sicheres und schonendes Verfahren, das zusätzlich den gesamten Ablauf für die Patientinnen vereinfacht.