Klinikum Wilhelmshaven
Das Klinikum an der Nordsee

Geriatrie-Pflegekongress im Klinikum

Wilhelmshaven 22.02.2023 –


1. Die Geriatrie – besser Altersmedizin - behandelt altersbedingte Erkrankungen und Funktionseinschränkungen. Die Besonderheit der altersmedizinischen Behandlung besteht in der Ganzheitlichkeit. Häufig haben Menschen ab 70 Jahre mehrere Erkrankungen gleichzeitig. Zudem sind geriatrische Patienten meist zusätzlich in ihrer Mobilität oder den kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt. Diese Patienten profitieren neben der medizinischen Behandlung von rehabilitativen Maßnahmen, beispielsweise von gezielter Physiotherapie nach einem Oberschenkelhalsbruch.

2. Geriatrie im Klinikum – Die Geriatrische Klinik im Klinikum mit 20 Betten gibt es seit fast 7 Jahren. Sie deckt das gesamte Spektrum geriatrischer Erkrankungen ab. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der Unfallchirurgie auf dem Gebiet der Alterstraumatologie. Das durchschnittliche Alter der Patienten liegt zwischen 80 und 85 Jahre. Speziell in der Geriatrie weitergebildete Pflegende sichern die hohe Qualität der Patientenversorgung mit individuellen Behandlungskonzepten.

3. Im Klinikum erfolgt die Entlassung der Patienten nach einem strukturierten Entlassmanagement. Neben ihrem Arztbrief bekommen die Patienten der Geriatrischen Klinik bei Bedarf ein Rezept für die benötigten Medikamente bzw. einen Medikamentenplan mit. In enger Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst klappt die Übernahme in die ambulante Betreuung oder Pflegeeinrichtungen gut. Das Behandlungsziel der geriatrischen Behandlung ist es, die Selbstständigkeit und Mobilität der Patienten so weit wie möglich wieder herzustellen, damit sie in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren können.

4. Demente Patienten erhalten eine spezielle Demenzdiagnostik. Danach wird entschieden, ob eine Behandlung in der Klinik möglich ist.

5. Als deliranter Patient gelten in der Geriatrie Patienten, die beispielsweise nach größeren operativen Eingriffen oder Schlaganfällen desorientiert sind oder unter Verlust von kognitiven Fähigkeiten leiden.
6. Schluckstörungen sind häufig eine Begleiterscheinung von altersbedingten Erkrankungen wie morbus Parkinson oder Schlaganfällen.

7. Um die Gelenke beweglich zu halten, Stürze und Brüche zu vermeiden ist Bewegung auch im hohen Alter wichtig. Die Physiotherapie nach Operationen oder altersbedingten Erkrankungen hilft nicht nur Kraft aufzubauen sondern sichert auch die Beweglichkeit.

8. Der „Medikamentencocktail" wird besonders bei einer Überdosierung und eingeschränkter Nierenfunktion zur Gefahr. Im Klinikum findet in der Geriatrischen Klinik wöchentlich eine Polypharmazie-Visite mit dem Krankenhausapotheker statt. Die richtige Einnahme und Dosierung von Medikamenten bei Menschen im höheren Alter, das Beachten von Wechselwirkungen der Medikamente spielt auch in der geriatrischen Institutsambulanz eine wichtige Rolle.