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Neue Behandlungsmethode bei Herzinsuffizienz

Wilhelmshaven 25.01.2021 – Luftnot beim Treppensteigen oder schon bei kurzen Wegen zu Fuß – so erging es Ingrid Apitz bereits seit einigen Jahren. Dass sie an Herzinsuffizienz litt, weil ihre Mitralklappe (Herzklappe) nicht mehr richtig schloss, erfuhr sie allerdings erst als sie sich einer Routineuntersuchung in der Medizinischen Klinik I für Kardiologie am Klinikum Wilhelmshaven unterzog.
Herzinsuffizienz, oft einfach als Herzschwäche bezeichnet, zeigt sich im Alltag meistens darüber, dass sich Betroffene weniger belastbar fühlen und über Luftnot klagen. Eine Herzschwäche kann unterschiedliche Ursachen haben: wie etwa Diabetes, Bluthochdruck oder eben ein Herzklappenfehler wie im Fall von Ingrid Apitz. „Nicht jeder Herzklappenfehler führt zu einer Herzschwäche. Oft bleiben diese Befunde über lange Zeit stabil. Den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, wann man handeln muss – darauf kommt es an", erläutert Prof. Dr. K. Naber, Chefarzt der Medizinischen Klinik I. Wenn beispielsweise die so genannte Mitralklappe nicht mehr richtig schließt, pendelt ein Teil des mit Sauerstoff angereicherten Blutes, das eigentlich für die Versorgung der Organe bestimmt ist, zwischen Haupt- und Vorkammer des Herzens hin und her. Dies führt zu einer Vergrößerung des Herzens und schwächt es auf Dauer. Auch Herzrhythmusstörungen und Schlaganfälle können die Folge sein. Neben Medikamenten gab es lange nur die herzchirurgische Operation als Therapiemöglichkeit.
Prof. Naber und Oberarzt Mohammad Alaa Al Ahmad haben nun bei Ingrid Apitz erstmals eine besonders schonende Therapie zur Behandlung dieser Mitralklappeninsuffizienz angewandt: Über einen Katheter über die Halsvene haben die Ärzte im Herzkatheterlabor des Klinikums Wilhelmshaven eine Spange in die Herzvene gelegt. Diese Spange umspannt das Herz von außen wie ein Korsett und sorgt so dafür, dass die Mitralklappe sich auf natürliche Weise selbst abdichtet. „Der Eingriff, den wir bei Frau Apitz durchgeführt haben, ist sehr gut verlaufen. Schon nach kurzer Zeit konnte sie das Krankenhaus verlassen", berichtet Oberarzt Al Ahmad. Ingrid Apitz hat die positiven Auswirkungen der Behandlung unmittelbar gespürt: Sie bekommt besser Luft und fühlt sich belastbarer. Allerdings ist dieser minimal-invasive Eingriff nicht für jeden Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz geeignet. Nur mit einer ausführlich erhobenen Krankengeschichte und in enger Absprache mit den behandelnden Hausärzten und Kardiologen wird er durchgeführt.

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